Manchmal sind die Kommunikationswege schon auf der Erde lang, sobald es um die Reparatur eines Geräts geht – etwa, wenn der entsprechende Kundenservice schwer über Telefon oder E-Mail zu erreichen ist oder lange für eine Antwort braucht. Im Vergleich zu dem, was man beim Jet Propulsion Laboratory der NASA auf sich nimmt, ist das aber noch gering. Um mit der defekten Sonde Voyager 1 zu kommunizieren, braucht es beinahe einen Tag. Das gilt sowohl für Nachrichten, die man an die Sonde schickt, als auch für deren Rückmeldungen.
Voyager 1: Gestörte Kommunikation
Seit über 45 Jahren ist die Raumsonde Voyager 1 im All unterwegs, genauer seit dem 5. September 1977. Ende 2023 begann sie nur noch seltsame Daten an die Erde zu schicken. Dem Datenmüll dürfte ein Problem mit einem der drei Bordcomputer, nämlich dem Flugdatensystem (FDS), zugrunde liegen. Wie die NASA informiert, kommuniziert es nicht richtig mit einem der Untersysteme der Sonde, der Telemetrie-Modulationseinheit (TMU). Die Folge: Keine wissenschaftlichen oder technischen Daten werden zur Erde zurückgeschickt. Die NASA werkelt derzeit an der Behebung. Auf der Plattform X ließ man verlauten: "Ein Voyager-Update: Die Ingenieure arbeiten immer noch daran, ein Datenproblem bei Voyager 1 zu lösen. Wir können mit der Sonde sprechen, und sie kann uns hören, aber es ist ein langsamer Prozess angesichts der unglaublichen Entfernung der Sonde von der Erde."
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Vergilbte Pläne an den Wänden
Was das Ganze ebenfalls verlangsamt, ist die Informationslage, wie Suzanne Dodd, Voyager-Projektleiterin am Jet Propulsion Laboratory der NASA, in einem Interview mit dem Blog ArsTechnica erklärt. Die Personen, die Voyager 1 gebaut haben, lebten mittlerweile nicht mehr. Man habe zwar entsprechende Unterlagen der Pläne, aber "vieles davon ist in Papierform". Die Arbeit gleiche einer Art archäologischer Ausgrabung. Man habe unzählige Blätter mit vergilbten Ecken, die alle 1974 unterschrieben wurden. "Sie hängen an den Wänden und die Leute schauen sie sich an." Dodd resümiert: "Es wäre das größte Wunder, wenn wir sie zurückbekommen würden. Wir haben aber noch lange nicht aufgegeben."
Voyager 1 ist interstellar unterwegs
Die Raumsonde Voyager 1 ist unter anderem mit einem Ultraviolett-Spektrometer sowie einem Teleskop für kosmische Strahlung ausgestattet. Laut der NASA ist sie das am weitesten von der Erde entfernte von Menschen geschaffene Objekt. Sie ist auch der erste Weltraumflugkörper, der den interstellaren Raum erreicht hat. Das gelang ihr 2012. In 300 Jahren soll sie den inneren Rand der Oortschen Wolke – einer Kometenwolke – erreichen. Da wäre es natürlich von Vorteil, wenn sie wieder funktionstüchtig ist und den Kontakt zur Erde aufrechterhält.