Österreichs Wirtschaftsdelegierte: Vorerst business as usual in Kiew

Auch was eine russische Invasion für die österreichischen Betriebe in der Ukraine bedeuten würde, sei schwer abzuschätzen, sagte Haselsberger. Der Schaden für die Ukraine sei bereits jetzt groß, da dringend benötigte ausländische Direktinvestitionen auf Eis liegen würden. Auch wichtige Projekte von ukrainischen Unternehmen und staatliche Ausschreibungen würden aufgeschoben. Im Corona-Jahr 2020 gingen die Investitionen um 38,2 Prozent zurück. Sie waren damit auf dem niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, seien in der Ukraine mehrere Investitionsfördergesetze erlassen worden, berichtete Haselsberger. So gebe es etwa Steuererleichterungen für Investitionen über 20 Millionen Euro, in deren Rahmen mindestens 80 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Österreichische Unternehmen haben nach Angaben der ukrainischen Notenbank bis Mitte des vergangenen Jahres 1,77 Mrd. Dollar (aktuell 1,56 Mrd. Euro) in der Ukraine investiert. Damit ist Österreich der sechstgrößte Investor in der Ukraine - nach Zypern, den Niederlanden, der Schweiz, Deutschland und Großbritannien. Dazu muss man wissen, dass hinter vielen zypriotischen Investitionen in Wahrheit russische Firmen stehen.
Die österreichischen Investitionen in der Ukraine liegen aber meist schon viele Jahre zurück, sagte die Wirtschaftsdelegierte. Unter den rund 200 österreichischen Niederlassungen befinden sich viele Produktionsstätten, etwa der Papier- und Verpackungsindustrie, von Herstellern von Fruchtsaftkonzentraten (Agrana, Pfanner), Baumaterialien, und Bügelbrettern. Auch die Skihersteller Fischer und Blizzard produzieren in der Ukraine. Ebenfalls stark präsent sind die Raiffeisen Bank International sowie die Versicherer UNIQA, Grawe und die Vienna Insurance Group. Der Großteil der österreichischen Niederlassungen ist in der West- und Zentralukraine.
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