Michaela May aus „Ich will mein Glück zurück“: „Wir haben Tabus ...

Sie ist seit sechs Jahrzehnten im Geschäft und hat in etlichen Meilensteinen der Fernsehunterhaltung mitgewirkt: Michaela May war nicht nur Kommissarin im Münchner „Polizeiruf 110″ an der Seite von Edgar Selge, sondern spielte auch in legendären Serien wie „Monaco Franze“ oder „Kir Royal“ mit. In ihrem neuen Film „Ich will mein Glück zurück“ (Freitag, 16. Februar, 20.15 Uhr, ARD) spielt die 71-Jährige eine Seniorin, die nach 50 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen wird und ihr ganzes Leben neu ausrichten muss.
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Michaela May kam 1952 in München zur Welt. Sie machte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Erzieherin, stand parallel aber schon als Teenager vor der Kamera. Ihren Durchbruch hatte sie 1974 mit der Serie „Münchner Geschichten“, seit vielen Jahren ist sie eine der meistbeschäftigten TV-Darstellerinnen. Viel Aufsehen erregte ihre vor zwei Jahren veröffentlichte Autobiografie, in der sie auch über ihre drei Geschwister schrieb, die sich infolge von Depressionen alle das Leben genommen haben. Michaela May hat zwei erwachsene Töchter aus erster Ehe und lebt mit ihrem zweiten Mann, dem Regisseur Bernd Schadewald, in München.
May sehnt sich nach alten Drehbüchern zurück
Frau May, Sie haben im Lauf Ihrer langen Karriere schon in gut 150 Filmen und Serien mitgespielt. An welche davon erinnern Sie sich heute besonders gern?
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Besonders gerne an die frühen Serien, die ich mit den Regisseuren Helmut Dietl und Franz Xaver Bogner gedreht habe, also Sachen wie die „Münchner Geschichten“ oder „Irgendwie und Sowieso“ in den Siebziger- und Achtzigerjahren. Das waren tolle Drehbücher, wenngleich es damals noch überhaupt nicht absehbar war, dass das mal so ein Erfolg werden würde. Ich erinnere mich aber auch gerne an die Sachen, die ich mit dem Kollegen Günther Maria Halmer gedreht habe, „Das Familienfest“ von 2015 zum Beispiel. Und natürlich an die 17 Folgen der Krimireihe „Polizeiruf 110″, in der ich an der Seite von Edgar Selge die Münchner Kommissarin Jo Obermaier gespielt habe.
Wo würden Sie in der langen Liste Ihres Filmschaffens Ihren neuen Film „Ich will mein Glück zurück“ einordnen, der jetzt im Ersten zu sehen ist?
Das ist eine Geschichte über eine ältere Frau am Scheideweg, die ich keinesfalls als oberflächliche Komödie bezeichnen würde, sondern als Tragikomödie mit Tiefgang. Es geht um eine Frau, die ausgerechnet am Tag ihrer goldenen Hochzeit von ihrem Mann verlassen wird und sich ganz neu sortieren muss. Sie will es zunächst überhaupt nicht wahrhaben, muss sich der Realität dann aber stellen.
Wir haben damals als sogenannte Achtundsechziger Tabus gebrochen und mit überkommenen Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft aufgeräumt.
Michaela May
Die von Ihnen gespielte Ulla sagt an einer Stelle: „Als ich jung war, war freie Liebe Programm.“ War das so in den späten Sechziger-, frühen Siebzigerjahren?
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Kann ich bestätigen (lacht). Man muss sich als junge Frau ja auch relativ frei in der Männerwelt bewegen, um herauszufinden, wer der Richtige für einen ist. Wir haben damals als sogenannte Achtundsechziger Tabus gebrochen und mit überkommenen Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft aufgeräumt. Wir waren die Generation, die so was wie freie Liebe erst durchgesetzt hat. Dazu hat natürlich auch die Einführung der Pille viel beigetragen.
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Gut befreundet waren Sie auch mit Elmar Wepper, der vor Kurzem gestorben ist.
Ein schlimmer und einschneidender Moment für mich. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet und das hat mich tief getroffen. Mit Elmar habe ich viel gedreht, und mich hat seine sensible Seele immer sehr berührt. Er hatte eine ungemein sanfte Ausstrahlung, das war schon ein besonderer, ein zurückhaltender Mensch. Ein ganz anderer Typ als sein Bruder Fritz, der ja viel extrovertierter ist.
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