Heiße Themen Schließen

Energiekostenausgleich: Details zum 150-Euro-Gutschein

Energiekostenausgleich Details zum 150EuroGutschein
Die Regierung hat sich mit den Energielieferanten über die Umsetzung des Energiekostenausgleichs geeinigt. Rund vier Millionen Haushalte erhalten einen Gutschein über 150 Euro.
Die Regierung hat sich mit den Energielieferanten über die Umsetzung des Energiekostenausgleichs geeinigt. Rund vier Millionen Haushalte erhalten einen Gutschein über 150 Euro.

Am Donnerstag bringt die Regierung den Gesetzesantrag als rechtliche Grundlage dafür im Nationalrat ein. Profitieren sollen davon rund vier Millionen Haushalte, die jeweils einen Gutschein über 150 Euro erhalten - in Summe 600 Mio. Euro. Die Energiebranche bekommt den Aufwand, der ihnen durch die Abwicklung des Gutscheins entsteht, ersetzt.

Vier Millionen Haushalte sollen 150 Euro-Gutschein erhalten

Wie hoch die Abgeltung in Summe sein wird, scheint noch nicht ganz klar zu sein - der Betrag dürfte jedoch aufgrund der rund vier Millionen Haushalte, die den Gutschein erhalten sollen, zumindest mehrere Millionen Euro ausmachen. Orientieren will man sich laut Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) an Benchmarks, genannt wurde etwa die Befreiung von der Ökostrompauschale, die von der GIS abgewickelt wird und wo rund 5 Euro pro Antrag fällig werden.

Michael Strugl, Präsident von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der E-Wirtschaft, hatte im Vorfeld wiederholt darauf hingewiesen, dass für die große Zahl an Zählpunkten und Haushalten, die für das Gutscheinsystem berücksichtigt werden müssen, ein entsprechend großer Aufwand entstehe.

Energiekostenzuschauss: Abwicklung komplex

Die Abwicklung, so Verbund-Chef Strugl, sei durchaus komplex und betreffe 150 Stromlieferanten und 120 Netzbetreiber und deren Prozesse. Er sei daher nicht in der Lage, die genaue Größenordnung der administrativen Kosten zu quantifizieren. Brunner sagte, die Abgeltung müsse aus beihilferechtlichen Gründen erfolgen.

Online-Plattform zum Einlösen der Gutscheine

Die Verteilung des Gutscheins wird auch weitere Kosten verursachen, denn das Bundesrechenzentrum soll eine Web-Plattform zum Einlösen der Gutscheine aufsetzen und auch ein Callcenter und eine Hotline einrichten, etwa für den Fall, dass jemand den Brief nicht erhalten hat. Auch eine analoge Einlösung des Gutscheins soll so ermöglicht werden. Die Gutschrift soll dann auf der Jahresabrechnung aufscheinen.

Verschickt werden soll der Brief pro Zählpunkt, Nebenwohnsitze und Einspeise-Zähler sollen ebenso wie Nachtzähler herausgefiltert werden. Andere Details waren zunächst noch in Abklärung, etwa mit dem Innenministerium, welcher Stichtag für die Datenabfrage herangezogen wird. Jedenfalls braucht es für den Gutschein ein Gesetz.

Gesetzesentwurf zum Energiekostenzuschuss wird ins Parlament eingebracht

Ein solcher Gesetzesentwurf soll im Laufe des Mittwochs als Abänderungsantrag ins Parlament eingebracht werden. Die Zeit drängt, denn die Regierung will die Briefe bis spätestens Anfang April verschicken. Brunner strich in einem Hintergrundgespräch mit Journalisten neuerlich hervor, dass die österreichische Regierung das Geld viel schneller verteile als Deutschland.

Gutscheinlösung "nicht sonderlich schlau"

Eco-Austria-Chefin Monika Köppl-Turyna hält die von der Regierung gewählte Gutscheinlösung "für nicht sonderlich schlau". Der Energiekostenausgleich "sei eine Gießkannenlösung für alle Einkommensschichten". Deutlich besser wäre, sozialen Härtefällen zielgenauer zu helfen, sagte die Leiterin des liberalen Wirtschaftsforschungsinstitut. Anstatt Gutscheinen hätte man nach Ansicht von Köppl-Turyna die Hilfen zum Beispiel über die Arbeitnehmerveranlagung abwickeln können.

ASVG-Höchstbemessungsgrundlage muss beachtet werden

Brunner betonte, dass man gemeinsam mit der Energiebranche eine rechtssichere und unbürokratische Lösung gefunden habe. Darüber hinaus sei, so Brunner, ähnlich der Steuererklärung, Eigenverantwortung gefordert, da man anklicken wird müssen, dass man nicht über der ASVG-Höchstbemessungsgrundlage verdient. Der Punkt, dass den Gutschein-Brief auch Haushalte bekommen werden, die keine Anspruch haben, hatte in den vergangenen Tagen für viel Kritik und auch Häme und Kopfschütteln bei der Opposition gesorgt.

In Summe verteilt die Regierung mit dem Energiekostenausgleich 150 Euro an rund vier Millionen Haushalte und hat dafür rund 600 Mio. Euro veranschlagt. Von der Einmalzahlung sollen jedoch nur Kunden bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe profitieren. Bei Ein- bzw. Mehrpersonenhaushalte ist das die ein- oder zweifache ASVG-Höchstbeitragsgrundlage, die aktuell 5.670 Euro brutto im Monat beträgt.

Ähnliche Nachrichten
Nachrichtenarchiv
  • Vincent Kompany
    Vincent Kompany
    Vincent Kompany soll neuer Bayern-Trainer werden
    29 Mai 2024
    3
  • MetaAktie
    Meta-Aktie
    Meta-Aktie stürzt nach guten Zahlen tief ab
    25 Apr 2024
    16
  • Prinz Haakon
    Prinz Haakon
    Urkaine-Krise: Haakon und Mette-Marit von Norwegen brechen Familienurlaub ab
    26 Feb 2022
    1
  • Metzelder
    Metzelder
    Cathy Hummels über Metzelder: „Dieses Urteil bricht mein Mutterherz“
    29 Apr 2021
    17
  • Kvitfjell
    Kvitfjell
    Doppel-Stockerl im Super-G von Kvitfjell
    2 Mär 2024
    21
Die beliebtesten Nachrichten der Woche