Wie Donald Trump der US-Bauindustrie Alpträume beschert

Immo-Kolumne: Realitäten
Der Zoll-Furor des Präsidenten dürfte die "housing crisis" nicht beenden, eher im Gegenteil
Kolumne
/Martin Putschögl
21. Februar 2025, 15:10

Hauskäufer in den USA sind oft überrascht über die hohen Kosten, die Eigentum mit sich bringt. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage, über die Newsweek kürzlich berichtete. Demnach bereuten es mehr als zwei Drittel, ein Haus gekauft zu haben, und zwar aufgrund der finanziellen Belastung, die der Besitz einer Immobilie mit sich bringt, und der damit verbundenen unerwarteten Kosten.
Ja, die USA stecken in einer "housing crisis" mit Häuserpreisen auf Rekordniveau, hohen Zinsen und einem geringen Angebot. Und was macht das "sehr stabile Genie" (Eigenbezeichnung aus der ersten Amtszeit) Donald Trump? Bricht gleich in seinen ersten Tagen im Amt einen Handelskrieg vom Zaun, der das Hausbauen ziemlich sicher nicht billiger machen wird. Denn ein beträchtlicher Teil der in den USA für den Hausbau verwendeten Materialien – in erster Linie Holz – wird aus Kanada importiert. Wenn da jetzt zusätzliche Zölle in Höhe von 25 Prozent draufgeschlagen werden, wird das die Krise eher noch verschärfen, analysierte die National Association of Home Builders. Dabei hatte Trump doch klipp und klar versprochen, die "housing crisis" zu beenden.
Das stabile Genie hat aber eh noch weitere Pläne. Bekanntlich will er illegale Einwanderer in Massen abschieben, wodurch sich seiner Ansicht nach die Nachfrage auf dem Häusermarkt verringern und somit die Preise reduzieren werden. Klingt ja – rein ökonomisch betrachtet – zunächst auch bestechend logisch. Allerdings wurde Trump von Expertinnen und Experten darauf hingewiesen, dass die plötzliche Abwesenheit von hunderttausenden Bauarbeitern dann doch wieder ein gravierendes Problem und einen Anstieg der Häuserpreise hervorrufen könnte. Kein Wunder, dass sich auch die US-Bauindustrie in einem "Alptraum" wähnt. (Martin Putschögl, 21.2.2025)
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