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Dax und Dow im Minus, Cyber-Attacke auf ukrainische Regierung

Dax und Dow im Minus CyberAttacke auf ukrainische Regierung
Der Dax schließt im Minus, da die Indizes in den USA am Abend zurück in die Verlustzone drehen. Zudem gab es eine Cyber-Attacke auf die Website der ukrainischen Regierung.

Erholungsversuch abgebrochen: Nach fünf verlustreichen Börsentagen war der Dax am Nachmittag zeitweise um 1,2 Prozent auf 14.830 Punkte gestiegen, brach dann aber seinen Erholungsversuch wieder ab. Der MDax und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 drehten ebenfalls ins Minus, da die US-Börsen am Nachmittag schwächer tendierten. Die Stimmung unter Anlegern bleibt sehr nervös.

Der Dax verließ seinen Erholungskurs und fiel auf sein Tagestief mit minus 0,4 Prozent auf 14 624 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,20 Prozent auf 3977 Punkte, während die Börsen in Paris und London sich leicht im Plus hielten.

Der Konflikt um die Ukraine bleibt das alles beherrschende Thema an den internationalen Börsen. Marktteilnehmer prognostizieren, dass die Krise das Aufwärtspotenzial an den Aktienbörsen in Grenzen halten dürfte. Im Fokus der Investoren stehe nun, die wirtschaftlichen Auswirkungen der westlichen Sanktionen gegen Russland zu bewerten.

Cyberattacke in der Ukraine

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat es einen Cyberangriff auf die Website der ukrainischen Regierung und die von Banken gegeben. Die Ukraine erklärte zudem landesweit den Ausnahmezustand, nachdem Russlands Präsident am Montag die Unabhängigkeit der Separatistenregionen Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt und eine Entsendung russischer Soldaten angeordnet hatte. Das ukrainische Parlament muss dem Beschluss des Ausnahmezustandes im Laufe dieses Mittwochs allerdings noch zustimmen.

Mit einem Paket von Strafen reagierten die USA und Europa auf das Vorgehen Moskaus und die Anerkennung der von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete in der Ukraine. US-Außenminister Antony Blinken sagte ein für diesen Donnerstag in Genf geplantes Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow ab. Das Weiße Haus schloss ein mögliches Treffen von US-Präsident Joe Biden mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin vorerst aus.

Henkel-Aktie setzt sich an die Spitze, Munich Re verliert nach Zahlen

Im Leitindex Dax setzten sich die Aktien von Henkel an die Spitze mit einem Gewinn von 3,9 Prozent. Nach den endgültigen Quartalszahlen des Konsumgüterherstellers wies Analystin Celine Pannuti von JPMorgan darauf hin, dass Henkel-Aktien deutlich niedriger bewertet seien als die der Konkurrenz.

Die Aktien von Munich Re verloren dagegen nach Quartalszahlen des Rückversicherers 2,8 Prozent. Die Prognose für den Nettogewinn im laufenden Jahr liegt leicht unter der Markterwartung. Auch die Gewinnprognose von Puma für 2022 nannten Händler vorsichtig, der Kurs fiel um 0,7 Prozent.

Unter Druck gerieten FMC , sie rutschten um 4,8 Prozent ab an das Dax-Ende. Nach den Quartalszahlen des Dialyse-Anbieters vom Vortag bekräftigte JPMorgan die Verkaufsempfehlung für die Aktien.

Aktien von Puma konnten bis Mittag ihre Verluste von zunächst mehr als 3 Prozent auf rund ein halbes Prozent einschränken. Der Ergebnis-Ausblick des Sportartikelherstellers für das laufende Jahr bleibe hinter den Erwartungen zurück, schrieben die Analysten von Jefferies .

In der zweiten Reihe verteuerten sich die Aktien der Software AG nach einer Kaufempfehlung der Baader Bank um 2,7 Prozent. Die Aktien von Uniper rutschten dagegen um 4,5 Prozent ab. Die Bank JPMorgan verwies mit Blick auf die Geschäftszahlen des Stromerzeugers auf Rückstellungen für Aktivitäten in Schweden.

Wall Street dreht nach festem Start ins Minus

Vorsicht auch in den USA: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg am Mittwoch um 0,5 Prozent auf 33.752 Punkte, drehte dann aber wieder in die Verlustzone. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte zuletzt ebenfalls in den roten Bereich. Sollte Russland in das Nachbarland Ukraine einmarschieren, dürften die Westmächte ihre Strafmaßnahmen verschärfen. Bislang zielen die USA, die EU, Großbritannien, Australien, Kanada und Japan vor allem auf das russische Finanzsystem und die politischen Eliten des Landes ab.

Tesla startet nach Kurssturz Erholungsversuch

Die Aussicht auf ein weiteres Hochfahren der Produktion in China gab den Papieren von Tesla Auftrieb. Die Aktien des E-Autobauers zogen um 1,6 Prozent an. Um einer steigenden Nachfrage nach Exporten gerecht zu werden, will Tesla die Teile-Produktion im Werk Shanghai ausweiten, wie aus einem bei den örtlichen Behörden eingereichten Dokument hervorgeht. Im späten Handel schmolzen die Kursgewinne jedoch wieder zusammen.

Enttäuschende Testresultate für ein Augenmedikament brockten hingegen Kodiak den größten Kurssturz der Firmengeschichte ein. Die Aktien der Pharmafirma brachen um 78 Prozent ein. Das Medikament zur Behandlung der sogenannten feuchten altersabhängigen Makula-Degeneration war den Angaben zufolge weniger effektiv als das Konkurrenzprodukt von Regeneron, das auf einen jährlichen Umsatz von sechs Milliarden Dollar kommt. Regeneron-Aktien gewannen 2,7 Prozent.

Asiens Anleger hoffen auf Frieden

Die asiatischen Aktien stabilisieren sich zunächst am Mittwoch. Die Anleger hoffen darauf, dass die ersten Sanktionen auf das Vorgehen Russlands in der Ukraine Spielraum für die Vermeidung eines Krieges lassen. "Der Markt wertet die verschiedenen Sanktionen als maßvoll und vielleicht nicht so hart wie befürchtet", sagte Chris Weston, Leiter der Forschungsabteilung bei Pepperstone. "Im Moment könnte man davon sprechen, dass die Märkte davon ausgehen, dass die russischen Truppen den Donbass halten, aber nicht weiter vorstoßen werden."

Die Börse in Shanghai lag 0,6 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,6 Prozent. Die Börse in Tokio blieb wegen eines Feiertags geschlossen.

Bitcoin bei 38.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte auf der Handelsplattform Coinmarketcap zuletzt bei gut 38.000 US-Dollar. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck und war mit der Verschärfung der Ukraine-Krise zu Beginn dieser Woche zusätzlich eingeknickt. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise haben nach den Schwankungen am Vortag leicht nachgegeben. Am Mittwoch kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 96,69 Dollar. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 19 Cent auf 91,72 Dollar.

Am Dienstag hatten die Preise angesichts der eskalierenden Ukraine-Krise ihre höchsten Stände seit 2014 erreicht, waren im Handelsverlauf aber unter Druck geraten. Die Anleger blicken unter anderem auf die vom Westen beschlossenen oder angedrohten Strafmaßnahmen gegen Russland.

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